Malta hat formell erklärt, dass sie jede Initiative der Europäischen Union, eine direkte Glücksspielsteuer einzuführen, blockieren wird. Premierminister Robert Abela gab diese Position während einer Parlamentssitzung bekannt und verwies dabei auf den Beitrag des Sektors zur Volkswirtschaft.
Brüssel prüft derzeit eine Glücksspielabgabe als mögliche Einnahmequelle für den kommenden Mehrjahreshaushalt. Die EU-Finanzvorschriften verlangen für neue Besteuerungsmaßnahmen die einstimmige Zustimmung aller Mitgliedstaaten, was jedem Land ein einziges Vetorecht gegen Gesetze einräumt. Malta beabsichtigt, dieses Recht auszuüben, um die Übertragung der direkten Steuererhebungsbehörde an Brüssel zu verhindern.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den iGaming-Sektor
Die iGaming-Branche trägt derzeit mehr als 10 % zum Bruttoinlandsprodukt Maltas bei. Eine kontinentweite Glücksspielsteuer würde daher für die Insel im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten eine unverhältnismäßige finanzielle Belastung darstellen. Die Europäische Kommission hat noch keinen offiziellen Vorschlag für eine Abgabe ausgearbeitet, sodass von der MGA lizenzierte Anbieter derzeit keinen zusätzlichen Abgaben unterliegen.Die Opposition Maltas verzögert den Gesetzgebungsprozess, schließt die Diskussion in Brüssel jedoch nicht ab. Sollte in der Zukunft ein formeller Steuerantrag eingebracht werden, könnten Lizenzstrukturen und Betriebskosten in europäischen Märkten angepasst werden müssen.